Serie Ringvorlesungen in Olten 2/2

Martin Herzberg - «Die freieste und angenehmste Art zu lernen»

Passend zum Thema der Ringvorlesung «Verspielte Welt, verzwecktes Spiel», hat am  26. März Martin Herzberg, diplomierter Erwachsenenbildner und Spielagoge referiert.

Ein Spielagoge? Die Berufsbezeichnung klingt gut, erschliesst sich einem aber nicht ganz von selbst. Martin Herzberg hilft nach und erklärt, dass ein Spielagoge andere Menschen in ihrer beruflichen wie auch persönlichen Entwicklung unterstützt und zwar eben mit dem Werkzeug Spiel. Das heisst, er findet oder erfindet Spiele, die den Teilnehmenden helfen, zu bestimmten Erkenntnissen zu gelangen.

Und wieso ausgerechnet mit Spielen? Können denn erwachsene Menschen nicht ganz normal miteinander sprechen um ihre Ziele zu erreichen? Der Spielagoge erklärt seine Methode so: «Spielen ist die leichteste, angenehmste, freieste, lustvollste Art zu lernen, oder sich in einer Gruppe zu bewegen. Das Spiel ist immer fair, sicher und geschützt -  im Vergleich zum täglichen Leben. Und es gibt viele Spiele, bei denen niemand verliert, aber alle Mitspielenden gewinnen!» Er betont, dass schon das Spielen in jungen Jahren nicht nur dem Vergnügen dient, sondern dass im Spiel enorm wichtige Dinge gelernt werden. Und diese Art zu lernen, findet er, ist auch bei Erwachsenen sehr effizient, gerade in der Bildungs- und Entwicklungsarbeit.

Umso mehr freut sich Martin Herzberg, wieder zu seiner Spielernatur und seiner Spielfreude zurück gefunden zu haben und seine Begeisterung für das spielerische Lernen weitergeben zu können. Er bezeichnet sich selber als «Punk, Querdenker und Hofnarr». Er sei an allen Dingen interessiert, die den Menschen und seine Denkweise als der Alltags-Bequemlichkeit hinaus kitzeln.

Und so war auch sein Vortrag alles andere als alltäglich. Nach einer kurzen Einleitung lud er sein Publikum gleich zum ersten Spiel ein. Der Auftakt zu einer sehr spielerischen Vorlesung!. Die ZuhörerInnen wurden zu MitspielerInnen und konnten ganz praktisch erfahren, wie die verschiedenen Koordiantions, - Kennenlern- und Gruppenspiele wirken, wie manche Spiele die Konzentration steigern, während ein anderes Spiel innerhalb von Minuten die Gruppenzugehörigkeit innerhalb des Teams erhöht. Martin Herzberg lieferte jeweils die passende Theorie und erklärte bei jedem Spiel, wieso es welche Wirkung hat. Die Studierenden freuten sich, für einmal nicht nur zuzuhören, sondern mitmachen zu dürfen und spielten begeistert mit.