Öffentliche Ringvorlesungen an der FHNW

Der wöchentliche Perspektivenwechsel für alle

Wie jedes Frühlingssemester findet auch dieses Jahr eine öffentliche Ringvorlesung  statt. Öffentlich heisst in diesem Fall, dass jeder und jede im Hörsaal willkommen ist: Studierende und Ehemalige der FHNW, aber auch Aussenstehende jeden Alters sind eingeladen, sich die Referate anzuhören. Das Thema der aktuellen Ringvorlesung lautet: Verspielte Welt, verzwecktes Spiel - Immer und überall spielen?

Sabine Künzi, Dozentin für Kommunikation und Projektleiterin erklärt, dass die Idee für die diesjährige Ringvorlesung durch eine Beobachtung im Klassenzimmer inspiriert wurde: Künzi fiel auf, dass die Studierenden oft an ihren Laptops und Smartphones spielen - während dem Unterricht notabene. So begann sie, sich für die Thematik Spiel zu interessieren:

Das Organisationsteam der Ringvorlesung stellte fest, dass Spiele aus dem Alltag gar nicht mehr wegzudenken sind. Wobei längst nicht nur aus Spass gespielt wird: Im Marketing beispielsweise würde sehr oft auf Interaktivität gesetzt, um Produkte zu bewerben. Da gehe es nicht nur um Spielspass, sondern um handfeste wirtschaftliche Interessen. Fragen kamen auf im Organisationsteam: Welche Folgen hat die Omnipräsenz von Spiel und Interaktivität auf unser Verhalten? Gewöhnen wir uns daran, dass unsere Beschäftigungen einen hohen Unterhaltungswert haben? Verlernen wir langsam, uns in ganz sachliche Themen zu vertiefen? Aus diesen Gedanken entwickelte sich schliesslich der Titel der Ringvorlesung: Verspielte Welt, verzwecktes Spiel - Immer und überall spielen?

Zwar hat der Titel der Ringvorlesung einen deutlich kritischen Unterton, es referieren aber auch zahlreiche Spiel-Enthusiastinnen und Spiel-Enthusiasten. Darunter beispielsweise die Juristin Zita Küng (Link), die eine Methode entwickelt hat, Strategien aus der Welt des Spiels erfolgreich im Alltag anzuwenden. Oder der Erwachsenenbilder Martin Herzberg (Link), der auf Spiele setzt, um beispielsweise die Dynamiken innerhalb von Teams zu verbessern. Ein Professor der Scuola Teatro Dimitri im Tessin wird über Masken und Identität sprechen, ein Professor der Zürcher Hochschule der Künste wird einen Vortrag über Game Design halten. Jede Woche also eine neue Perspektive auf das Thema Spiel, insgesamt neun Vorträge von hochkarätigen Expertinnen und Experten.

Vielfältige Themen seit mehr als 15 Jahren

Die öffentliche Ringvorlesung an der FHNW in Olten gibt es schon seit 1998. Die Idee war, eine interdisziplinäre Veranstaltung zu entwickeln, welche die Studierenden aller in Olten vertretenen Studienrichtungen interessiert, heute sind das: Soziale Arbeit, Angewandte Psychologie und Wirtschaftswissenschaften. Entsprechend vielseitig waren die Themen der letzten vierzehn Ringvorlesungen: Von Entwicklungszusammenarbeit über das «Phänomen Gesundheit» bis hin zu «Menschen, Märkte Megatrends» vor zwei Jahren.

Das Ziel ist ganz klassisch eine Horizonterweiterung, die Möglichkeit, sich mit Themen zu befassen, die nicht Teil des disziplinären Curriculums sind. Während die Studierenden anwesend sein müssen, um ihren Kreditpunkt zu erhalten, können externe Gäste spontan entscheiden, welche Referate sie sich anhören wollen und welche nicht. Die Vorlesung findet jeden Mittwoch auf dem FHNW Campus hinter dem Bahnhof Olten statt (Von-Roll-Strasse 10), der jeweilige Raum wird am Monitor vermerkt sein. Der letzte Vortrag dieser Reihe findet am 23. April statt.