Jahres-Event der Stiftung FHNW

Die Stiftung FHNW feiert am neuen Campus der HGK FHNW die Forschung

 

Am 24. Juni fand der Jahresanlass der Stiftung FHNW statt. Eine Gelegenheit für den Stiftungsrat, sich bei den Stifterinnen und Stiftern für ihr Engagement zu bedanken und die aktuellen Tätigkeiten vorzustellen. Und gleichzeitig eine guter Anlass, um die Möglichkeiten von Forschung und Wissenschaft zu feiern.

Denn auf dem Forschungsplatz Nordwestschweiz passiert gerade viel. Zahlreiche Projekte von internationalem Interesse werden geplant und umgesetzt. Dies ist einerseits einem sehr grossen Engagement der Beteiligten zu verdanken, andererseits ist erfolgreiche Forschung immer auch eine Frage der Infrastruktur. Und so bemüht sich die FHNW, ein innovationsfreundliches Umfeld zu schaffen. Dabei ist die Fachhochschule jedoch auf Unterstützung angewiesen. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der FHNW, formulierte es ungefähr so: «Es gibt Forschungsprojekte, die würde die FHNW wahnsinnig gerne umsetzen, aber sie sind zu gewagt, zu teuer. Dort springt die Stiftung ein und hilft mit der Finanzierung». So kommen Projekte zu Stande, welche den üblichen Rahmen sprengen.

Drei solche Forschungsprojekte wurden im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt. Alle drei werden von der Stiftung FHNW finanziell unterstützt:

Kirsten M. Langkilde, Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, und somit quasi Gastgeberin des Events, erzählte vom Projekt «Swiss Cultural Entrepreneurship». Das Projekt sucht sehr systematisch Antworten auf die Frage, wie die Fähigkeiten, welche an der HGK erworben werden, unternehmerisch erfolgreich umgesetzt werden können. Ausserdem erzählte Kirsten M. Langkilde, wie die Nachbarschaft mit Institutionen wie dem Transitlager oder dem Schaulager das Studium auf dem neuen Campus der HGK beeinflussen wird.

Prof. Dr. Martin Streicher-Porte vom Institut für Biomasse und Ressourceneffizienz an der Hochschule für Technik FHNNW stelle das Projekt «Elektrodynamische Fragmentierung von Betonabbruch» vor. Im Wesentlichen geht es dabei darum, dass beim Rückbau von Gebäuden grosse Mengen von Betonabbruch anfallen. Es handelt sich dabei um grosse Betonbrocken, welche Metallverstrebungen und weitere Materialien enthalten. Das Projekt will ermöglichen, mit hoher elektrischer Spannung die Betonbrocken in seine einzelnen ursprünglich Bestandteile zu zerlegen, welche dann als hochwertige Stoffe weiteverwertet werden können. Das heisst, Betonabbruch wird heute schon wiederverwertet, allerdings findet durch die Heterogenität des Recyclingbetons ein «Downcycling» statt, die Materialien verlieren also an Wert. Mit dem neuen Verfahren sollen die Materialien ihren Wert behalten.

Zum Schluss zeigte Prof. Laura Suter-Dick eindrücklich, wie ein Team an der Hochschule für Life Sciences FHNW versucht, Nieren-Gewebe in-vitro herzustellen. Die Idee dahinter ist, dass toxikologische Tests nicht mehr an Tieren durchgeführt werden müssen, sondern, dass dieses durch «tissue-engineering» hergestellte Gewebe verwendet werden kann. In fernerer Zukunft könnte die Methode auch für Transplantationen verwendet werden. So weit ist die Technik im Moment jedoch noch nicht, es gilt noch zahlreiche Probleme zu überwinden beim Versuch, die Nierenfunktion in einer kleinen Laborschale lebensecht nachzustellen.

Die drei Präsentationen zeigten nicht nur, mit wie viel Engagement an den Projekten gearbeitet wird, sondern vermittelten vor allem auch einen Eindruck davon, wie gross das Spektrum der Forschung an der FHNW ist.