Mobilität der Zukunft

Jahresanlass 2019

Am 28. März 2019 fand der interdisziplinäre Jahresanlass von Alumni FHNW im neuen FHNW Campus Muttenz statt. Dieses Jahr zum Thema «Mobilität der Zukunft». Rund 120 FHNW-Alumni und am Thema interessierte Gäste nahmen am Anlass mit Referaten, Podiumsdiskussion und einer kleinen Ausstellung von alten und neuen Elektro-Autos teil. Anschliessend wurde ein Apéro riche offeriert.

Herr Dr. Ing. Thomas Sauter-Servaes, Mobilitätsforscher an der School of Engineering ZHAW eröffnete den Abend mit seinem spannenden Keynote-Referat «Carquake – das grosse Beben im Mobilitätsmarkt». In rasantem Tempo zeigte er auf, was in Sachen Mobilität auf uns zukommt.  Vieles wäre heute schon machbar und verfügbar, es mangelt aber noch an der nötigen breiten Akzeptanz. Die junge Generation geht heute schon ganz anders um mit der Mobilität. Einerseits nutzen sie geschickt verschiedene Mobilitäts-Plattformen, um sich zu vernetzen und so optimal von A nach B zu gelangen, sei es als Nutzer oder Anbieter von Mitfahrgelegenheiten. Andererseits machen sie sich viel mehr Gedanken über die Umwelt oder wie der öffentliche Raum anders genutzt werden könnte, wenn es z.B. Millionen von Auto-Parkplätzen nicht mehr brauchen würde, weil nur noch wenige selbstfahrende Elektro-Fahrzeuge taxi-ähnlich effizient und permanent ohne Standzeit auf einem Parkplatz auf den Strassen unterwegs wären.
Youtube-Video "Rush Hour" (Strassenkreuzung)

Frau Dr. Kathrin Amacker, Mitglied der Konzernleitung SBB AG, holte die Teilnehmenden wieder etwas auf den Boden der heutigen Realität zurück. Obwohl die SBB AG ein Unternehmen mit langer Tradition ist, passen sie sich laufend an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft an. So werden immer wieder neue Dienstleistungen angeboten, damit die Reisen optimal und individuell an die Bedürfnisse und Vorlieben der einzelnen Personen angepasst organisiert werden können. Das Rückgrat der SBB AG sind nach wie vor der Bahnverkehr und die dazugehörige Infrastruktur. Dazu gehören auch die modernen Bahnhöfe, die heute als Mobilitäts-Hub fungieren, mit zahlreichen Dienstleistungsangeboten rund um die Mobilität. Von diesen Hubs aus werden heute auch Anschlusslösungen per Fahrrad, Taxi, Mietauto oder Mitfahrgelegenheit angeboten. Die SBB AG denkt aber weiter in die Zukunft und prüft auch futuristische Anschlusslösungen wie z.B. Luft-Taxis ab den Dächern der Bahnhofgebäude, für das sie nach Bekanntgabe in der Sonntagspresse ziemlich in der Kritik stand. In der Präsentation und den Videos von Frau Dr. Kathrin Amacker stand aber letztendlich immer der Mensch im Mittelpunkt, was der SBB AG sehr wichtig ist, sei es als Reisende oder als Mitarbeitende.

Von der Schiene ging es zurück zur Strasse beziehungsweise zur nachhaltigen Energie, da Tesla heute mehr ist als nur ein Erbauer von Elektro-Autos. Die Mission von Tesla ist die Beschleunigung des weltweiten Übergangs zur nachhaltigen Energie und dazu gehören auch innovative Energielösungen. Tesla baut nebst den Elektro-Fahrzeugen auch unbegrenzt skalierbare Stromerzeugungs- und Stromspeicherprodukte. Das ideale Haus hat Tesla-Ziegel auf dem Dach, die mit Hilfe der Sonnenenergie Strom produzieren, einen Tesla-Speicher an der Wand, der die selbsterzeugte Energie speichert und damit das Tesla Elektro-Auto und das Haus mit der nötigen Energie versorgt. Der Tesla Store Manager Basel zeigte aber auch, mit welchen neuen Autos Tesla in nächster Zeit auf den Markt kommen wird.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion nahmen nebst Herrn Dr. Ing. Thomas Sauter und Frau Dr. Kathrin Amacker auch noch Herr Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen ASTRA und Herr Dr. Alexander Erath, Mobilitäts- und Verkehrsexperte der FHNW auf der Bühne Platz. Geleitet wurde die Podiumsdiskussion von Herrn Ruedi Hofer, Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW und selber Verkehrsexperte. Herr Dr. Alexander Erath, Leiter des neuen Fachbereichs Verkehr und Mobilität an der FHNW, wies darauf hin, dass Mobilität auch viel mit Raumplanung und verdichtetem Bauen zu tun hat und dies einer der grössten Hebel für die Mobilitätsgestaltung ist. Jürg Röthlisberger nahm dieses Argument auf und machte darauf aufmerksam, dass es nichts nützt, wenn in Muttenz verdichtet gewohnt wird und dann trotzdem alle nach Zürich zur Arbeit fahren, was die Mobilitätsplanung sehr anspruchsvoll macht. Zudem sind grössere Bauprojekte wie Autobahnen immer in einen politischen Prozess eingebunden. Ein solches Projekt dauert vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung ca. 30 Jahre. Der Trend der zukünftigen Mobilität muss deshalb frühzeitig erkannt werden, damit die Infrastruktur entsprechend angepasst an die neue Mobilität zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Podiumsteilnehmenden zeigten die unterschiedlichen Aspekte der Mobilität der Zukunft und die Auswirkungen im Alltag auf und es entstand eine spannende und angeregte Diskussion, die auch an den Apéro-Tischen unter den Teilnehmenden weitergeführt wurde.

Passend zum Thema standen vor dem Campus-Gebäude zwei Teslas und ein 100-jähriger «Detroit Electric Car», die zum Anschauen, Staunen, Reinsitzen und Fachsimpeln animierten, was von den Teilnehmenden rege genutzt wurde.

Alumni FHNW bedankt sich ganz herzlich bei der Referentin, den Referenten und den Podiumsteilnehmenden, dass sie den spannenden, informativen und unterhaltenden Anlass möglich gemacht haben.

Ein ganz besonderer Dank geht an Herrn Hans Ulrich Wartenweiler, Besitzer des Oldtimers «Detroit Electric Car» und an die FHNW-Studierenden und -Mitarbeiter, die den Oldtimer in einem Studierendenprojekt auf die neuste Batteriengeneration aufgerüstet hatten und am Anlass für Auskünfte zur Verfügung standen.


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